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Kerstin John, die Marathonläuferin

Sie überschreitet immer und immer wieder die Ziellinie.

Nach einem Jahr Powerwalking wuchs in ihr der Wunsch, schneller voranzukommen. Mittlerweile hat Kerstin John die meisten Langstreckenläufe bewältigt, die es in Deutschland gibt, und streckt nun ihre Fühler international aus. Das Gefühl beim Überqueren der Ziellinie gehört für sie zu den lohnenswertesten Momenten in ihrem Leben.

Wenn man Kerstin John vor zehn Jahren gefragt hätte, ob sie gern joggt, hätte sie wahrscheinlich einfach nur gelacht und ihren Kopf geschüttelt. Damals hatte sie noch keine Ahnung, dass Laufen ihr einmal so viel bedeuten würde.

„Erst nach einem Jahr Powerwalking wuchs in mir der Wunsch, schneller voranzukommen. Als ich 2010 erstmalig dazu ermutigt wurde, an einem 20-Kilometer-Marathon teilzunehmen, dachte ich mir ,Okay, wenn ich es nicht schaffe, gehe ich die Strecke einfach‘. Aber ich bin am Anfang langsam und in kontrolliertem Tempo gerannt, und so habe ich tatsächlich die ganze Strecke geschafft“, erinnert sich Kerstin John stolz.

Dieser Tag hat für sie alles verändert. Als Kerstin John die Ziellinie überquerte, erlebte sie eine ganz neue Dimension, ja sogar eine ganz neue Welt.

„Auf einmal glaubte ich an mich als Läuferin, was vorher nie so war. Ich hatte das Gefühl, das wirklich schaffen zu können, und ich war mir plötzlich sicher, dass ich viel mehr erreichen kann, als ich gedacht habe. Tatsächlich begann ich im Kopf bereits mit der Planung des nächsten Marathons, noch bevor ich überhaupt die Ziellinie überquert hatte.“

Und diese Einstellung hat Kerstin John bis heute nicht abgelegt. Selbst, wenn sie einen Marathon sehr genießt und sich darauf konzentriert, im Hier und Jetzt zu sein, ist sie gedanklich jedes Mal schon beim nächsten Rennen.

„Ich möchte dieses Gefühl immer und immer wieder erleben. Langstreckenläufe sind emotional, energiegeladen und mit Sicherheit die lohnenswertesten Momente in meinem Leben.“

Es gibt aber auch Herausforderungen. Eine lautet, gesund zu bleiben und sich im Laufe des Jahres nicht zu viele Erkältungen einzufangen. Die Teilnahme an den Wettkämpfen erfolgt dabei nicht spontan. Dahinter stecken sehr viel Vorbereitung und ein starker Wille.

Ihre Lieblingsdistanz ist der Halbmarathon mit 21 km, aber besonders angetan hat es ihr der Vollmarathon über 42 km, den sie bereits neun Mal erfolgreich gelaufen ist und der für sie eine ganz besondere Magie besitzt.

„Für die 21 km bereite ich mich ungefähr zwei Monate vor, da ich bereits eine erfahrene Läuferin bin, aber für die volle Distanz brauche ich deutlich mehr Zeit. Die so genannten langen Strecken zwischen 25 und 35 km sind dafür wichtig. Davon absolviere ich immer ungefähr fünf. Sie können sich vorstellen, wie meine Wochenenden aussehen. Glücklicherweise ist auch mein Ehemann passionierter Läufer“, sagt sie mit einem Lächeln.

Neben ihrem regelmäßigen Training trainiert Kerstin John auch drei Mal pro Woche ein Laufteam von 15 bis 20 Sportlern. Sie mag diesen Mix aus selbst rennen und gemeinsam mit anderen aktiv werden.

„Ich organisiere gern und übernehme Verantwortung. Das A und O ist ein gutes Zeitmanagement, und das liegt mir sehr.“

Dinge organisieren und managen – das passt auch perfekt zu ihrem Job in der Finanzabteilung bei Getinge.

„Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich, nachdem ich früh gerannt bin, plötzlich einen Geistesblitz hatte, der mir auf der Arbeit nützlich war. Andersherum hilft mir meine strukturierte und organisierte Arbeitsweise dabei, meine Trainingspläne zu erfüllen“, sagt sie.

Und ja, den Trainingsplan hat sie als ausgedruckte Excel-Tabelle immer in ihrer Sporttasche.

„In einer großen Datei habe ich gespeichert, wie viele Kilometer ich jeden Tag in der Woche in welchem Tempo zurücklegen muss. Der Plan ist sehr detailliert und ich halte mich so genau wie möglich daran.“

Es ist für Kerstin John schon wichtig, gute Zeiten zu laufen und sich von Mal zu Mal zu steigern, aber das ist nicht alles, was zählt. Zufrieden ist sie vor allem, wenn sie die Strecke in der erwarteten Zeitspanne in gutem körperlichen Zustand und ohne große Schmerzen bewältigt.

Kerstin John liebt die Stimmung bei Marathons, genießt den Blick auf all die tollen Gebäude, die sie bei den Stadtläufen passiert, und ist überwältigt, wenn die Menschen am Rand der Strecke ihr zujubeln, obwohl sie sie gar nicht kennen.

„Laufen ist nicht mein Leben, aber ohne das Laufen wäre mein Leben nicht das, was es jetzt ist. Einen Marathon zu laufen hat mit dem Leben viel gemeinsam. Am Anfang ist es nicht leicht, und selbst wenn man sich gut vorbereitet, ist es mitunter hart.  Man fühlt Schmerzen oder ist erschöpft, aber man läuft immer weiter, und wenn man es geschafft hat, fühlt man sich erleichtert und rundum glücklich. Es geht darum, niemals aufzugeben“, sagt sie.

Jetzt plant Kerstin John ihre Teilnahme an mehreren internationalen Marathons, der nächste findet gegen Ende des Jahres in New York statt. Auch im Ultramarathon hat sie sich schon probiert. Dabei läuft man eine noch längere Strecke als bei einem Vollmarathon.

„Aber ich bleibe bei meinen bisherigen Marathons. Ich bin keine so genannte Marathon-Sammlerin, aber es gibt noch so viele spannende Strecken, die ich laufen möchte. Das Laufen macht mich ausgeglichener, stärker und glücklicher. Auch wenn ich das jetzt noch keine zehn Jahre mache, so kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, wie es ohne das Laufen wäre. Ich freue mich schon jetzt auf diese verdammt lange Strecke bei meinem nächsten Marathon.“

Fun Facts
  • Ihr großes Ziel war es, noch vor ihrem 40. Geburtstag ihren ersten Marathon zu laufen, und natürlich hat sie es geschafft!
  • Kerstin John ist beruflich viel unterwegs und nimmt auf Reisen immer ihre Turnschuhe mit.
  • Als Kerstin John geheiratet hat, wollten ihr Ehemann und sie nur Geldgeschenke, um ihre Flitterwochen zu finanzieren. Das ganze Geld haben sie für eine Reise gespart, die sie – wie soll es anders sein – zum New York Marathon gegen Ende des Jahres führt.