Drei Fälle, unterschiedliche Therapieansätze
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine ECMO-Therapie? Welche Faktoren bestimmen das weitere Vorgehen und wie unterscheiden sich die Behandlungsstrategien erfahrener ECMO-Zentren? Beim DACH ECMO-Symposium am 12. September 2026 diskutierten drei Experten anhand konkreter Patientenfälle die Herausforderungen der extrakorporalen Unterstützung bei Lungen- und Kreislaufversagen sowie während der Reanimation.
Dr. David Staudacher, Prof. Philipp Lepper und Prof. Frank Herbstreit stellten beim DACH ECMO-Symposium die klinische Entscheidungsfindung in den Mittelpunkt. Statt klassischer Fachvorträge diskutierten sie konkrete Patientenfälle, unterschiedliche Behandlungsstrategien und ihre Erfahrungen aus der klinischen Praxis. Auch Fragen der Teilnehmenden flossen in den Austausch ein.
Die drei Themenblöcke widmeten sich der venovenösen ECMO (VV-ECMO), der mechanischen Kreislaufunterstützung bei Kreislaufversagen und der extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation (ECPR).
VV-ECMO: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Eine 62-jährige Patientin mit schwerer Hypoxämie und akuter Atemnot wird vom Rettungsdienst versorgt. Trotz Sauerstoffgabe bleibt die Situation kritisch. Bereits vor dem Transport stellt sich die Frage, ob eine Intubation notwendig ist oder zunächst eine nicht-invasive Beatmung versucht werden sollte.
Anhand dieses Falls diskutieren die Experten die initiale Stabilisierung und das weitere Vorgehen bei schwerem respiratorischem Versagen. Dabei spielen unter anderem der klinische Zustand der Patientin, die Transportdauer und die Erfahrung des behandelnden Teams eine Rolle.
Im weiteren Verlauf geht es um die Grenzen der nicht-invasiven Beatmung, den Stellenwert der Bauchlagerung und den geeigneten Zeitpunkt für den Einsatz einer VV-ECMO. Auch die Möglichkeiten einer Wach-ECMO werden erörtert.
Kreislaufversagen: Welche Unterstützung benötigt der Patient?
Im zweiten Themenblock steht eine 65-jährige Patientin mit schwerem Kreislaufversagen im Mittelpunkt. Die Experten diskutieren zunächst die diagnostischen und therapeutischen Schritte bei einer hämodynamisch instabilen Patientin sowie die Frage, wann eine mechanische Kreislaufunterstützung erforderlich wird.
Neben der Indikationsstellung für eine VA-ECMO beschäftigen sie sich mit der weiteren Versorgung unter laufender Unterstützung. Welche hämodynamischen Veränderungen müssen berücksichtigt werden? Wann ist eine zusätzliche Entlastung des linken Ventrikels sinnvoll? Und welche Verfahren kommen dafür infrage?
ECPR: Entscheidungen unter Zeitdruck
Im dritten Themenblock diskutieren die Experten den Fall eines 17-jährigen Patienten, der reanimationspflichtig wird. Im Mittelpunkt stehen die Entscheidung für eine extrakorporale Reanimation und die praktischen Herausforderungen bei der Versorgung.
Wann sollte das ECMO-Team hinzugezogen werden? Wie werden die Aufgaben zwischen dem Reanimationsteam und dem ECMO-Team verteilt? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um eine ECPR unter hohem Zeitdruck durchzuführen?
Neben der Indikationsstellung und den organisatorischen Abläufen besprechen die Referenten die Kanülierung, das weitere intensivmedizinische Management und die Herausforderungen der anschließenden Behandlung.
Klinische Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven
Die drei Patientenfälle zeigen, wie viele Faktoren bei der ECMO-Therapie berücksichtigt werden müssen. Auch erfahrene ECMO-Zentren verfolgen nicht immer dieselben Strategien. Der Austausch über unterschiedliche Vorgehensweisen, klinische Erfahrungen und konkrete Behandlungsverläufe bildet deshalb den Schwerpunkt des Symposiums.
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Die vollständige Aufzeichnung des DACH ECMO-Symposiums vom 12. September 2026 steht Ihnen zur Verfügung.