Wie aus einem herausfordernden Start eine vertrauensvolle Partnerschaft entstand
Mit dem Neubau des Notfall- und Intensivzentrums hat das Alexianer Klinikum Hochsauerland am Standort Karolinen Hospital in Arnsberg unter anderem einen großen hochmodernen OP-Bereich mit zehn Sälen geschaffen – darunter auch einen komplexen Hybrid-OP. Für Planung, Ausstattung und Umsetzung arbeitete das Klinikum unter anderem mit Getinge als Full-Service-Partner zusammen.
Das Projekt stellte alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen: Unterschiedliche Systeme mussten zuverlässig zusammenspielen, klinische Anforderungen verschiedener Fachbereiche berücksichtigt und eine hochkomplexe technische Infrastruktur in den OP-Alltag integriert werden. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, worauf es für Kliniken wirklich ankommt: verlässliche Partnerschaften, schnelle Reaktionsfähigkeit und Lösungen, die langfristig funktionieren.
Hybrid-OP: hohe Anforderungen an Integration und Workflow
Im Zentrum der Planung stand ein zukunftsfähiges, interdisziplinär nutzbares OP-Setting. „Insbesondere aus gefäßchirurgischer Sicht bestand der Anspruch, ein Setting zu schaffen, das hochauflösende, intraoperative Bildgebung nahtlos mit operativen Abläufen verbindet“, erläutert Bernd Gehringhoff, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Alexianer Klinikum Hochsauerland.
Der Fokus lag dabei auf der Integration einer fest installierten Hybridanlage, die eine präzise Steuerung direkt vom Operationstisch aus ermöglicht und gleichzeitig den Verzicht auf konventionelle, manuell zu positionierende C-Bögen erlaubt. Gleichzeitig mussten die unterschiedlichen Anforderungen der Gefäßchirurgie, Gynäkologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Unfallchirurgie hinsichtlich Arbeitsabläufen, Bildgebung und Patientenlagerung berücksichtigt werden. Ziel war ein möglichst universell einsetzbares OP-Setting – insbesondere in Bezug auf den Operationstisch.
Wenn komplexe Systeme an ihre Grenzen stoßen
Die Herausforderung bestand nicht allein in der Integration einzelner Komponenten, sondern darin, ein stabiles Gesamtsystem zu schaffen, das unterschiedlichste klinische Anforderungen zuverlässig erfüllt. Im Verlauf zeigte sich jedoch, dass die komplexe Systemintegration zunächst nicht die angestrebte Leistungsfähigkeit erreichte.
Es kam in der Anlaufphase zu technisch bedingten Funktionseinschränkungen, deren Ursachen sich trotz intensiver Analysen zunächst nicht eindeutig bestimmen ließen. Für das OP-Team erforderte dies ein hohes Maß an Flexibilität, Improvisationsvermögen und Resilienz – gleichzeitig war eine schnelle und enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Medizintechnikpartnern entscheidend.
Christopher Becker, Service Manager Area West bei Getinge, beschreibt die Situation so: „Wir haben sehr viel Zeit in die Fehlersuche investiert. Da es um ein Kombinationsprodukt ging, das aus einer Angio-Anlage, die nicht von Getinge stammt, sowie aus unserer OP-Säule und Tischsystem bestand, waren sehr viele Schnittstellen zu prüfen.“
Gerade in hochintegrierten OP-Umgebungen zeigt sich, wie entscheidend ein tiefes technisches Verständnis sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Klinik und Medizintechnikpartnern sind.
„Ich glaube, wir haben nicht nur unsere eigenen Nerven strapaziert, sondern auch die der Techniker von den beteiligten Medizintechnikunternehmen. Auch wenn es uns im Klinikum einige graue Haare beschert hat, Getinge war immer da und hat sich bemüht, dass das Gerät nicht zu lange ausfällt und dass eine Lösung gefunden wird“, betont Gehringhoff.
Die enge Abstimmung zwischen den beteiligten Partnern sowie die konsequente Orientierung an den Anforderungen der Anwender*innen erwiesen sich letztlich als entscheidende Faktoren, um das Projekt erfolgreich voranzubringen.
Pragmatische Lösungen statt kurzfristiger Reparaturen
Nachdem klar wurde, dass es sich um eine Funktionseinschränkung handelte, die sich nicht dauerhaft durch Reparaturen beheben ließ, wurde das betroffene Produkt vollständig ausgetauscht.
Für Getinge stand dabei nicht die kurzfristige Fehlerbehebung im Vordergrund, sondern eine nachhaltige Lösung, die langfristige Stabilität im klinischen Alltag ermöglicht. „Schließlich geht es um die Verfügbarkeit von Produkten, die dazu dienen, dass Menschen behandelt werden und genesen können“, betont Becker.
Auch auf Kundenseite wurde diese Entscheidung als starkes Signal wahrgenommen: „Als sehr positiv habe ich die Entscheidung wahrgenommen, dass Getinge gesehen hat, dass es kein Weiterkommen gab und uns kostenfrei eine neue Säule aufgestellt hat, die jetzt seit etwa einem Jahr störungsfrei läuft“, so Gehringhoff.
Das Fallbeispiel zeigt, wie wichtig lösungsorientierte Zusammenarbeit und schnelle Entscheidungswege gerade in komplexen klinischen Umgebungen sind.
Warum strukturierter Service im Klinikalltag entscheidend ist
Die Erfahrungen aus dem Hybrid-OP-Projekt zeigen zugleich, welche Bedeutung strukturierte Service- und Wartungskonzepte im Klinikbetrieb haben – insbesondere in Häusern mit umfangreichen Geräteparks und hochkritischen Infrastrukturen.
Während Einzelwartungen häufig punktuell und reaktiv erfolgen, ermöglichen Serviceverträge eine planbare und systematische Instandhaltung. Wartungszyklen können frühzeitig abgestimmt, Eingriffe in den klinischen Betrieb besser geplant und ungeplante Ausfallzeiten reduziert werden.
„Es gibt zwar Systeme, bei denen man Einzelwartungen gut vertreten kann, weil sie sehr selten genutzt werden. Das ist aber für uns eher die Ausnahme, weil wir aus kaufmännischen und aus organisatorischen Gründen einfach viele Vorteile in Wartungsverträgen sehen“, erklärt Florian Groskreutz, Leitung Medizinische Infrastruktur & Technischer Dienst Alexianer Klinikum Hochsauerland.
Gerade im OP-Bereich spielt Planbarkeit eine zentrale Rolle. Regelmäßige Wartungsfenster lassen sich deutlich besser in den Klinikalltag integrieren als ungeplante Systemausfälle oder kurzfristige Serviceeinsätze.
Einmal im Jahr kann ich doch wesentlich besser planen, als wenn alle drei Monate wieder irgendetwas aktualisiert werden muss.
Bernd Gehringhoff, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Alexianer Klinikum Hochsauerland.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit im laufenden Betrieb
Mit integrierten Service-Konzepten lassen sich Wartungsfenster, Prioritäten und Einsatzzeiten effizient abstimmen. Gleichzeitig profitieren Kliniken von festen Ansprechpartnern, kurzen Kommunikationswegen und einem besseren Verständnis der individuellen Betriebsabläufe.
Durch unsere Vertragssituation mit Getinge haben wir einen Sparringspartner, der unsere besonderen Bedürfnisse und Themen kennt und mit uns sehr gut Lösungen in allen Bereichen erarbeiten kann.
Florian Groskreutz, Leitung Medizinische Infrastruktur & Technischer Dienst Alexianer Klinikum Hochsauerland.
"Ich denke, ein Teil des Erfolgs ist, dass wir unterm Strich sehr geringe Ausfallzeiten haben und in der Regel von einer sehr hohen Verfügbarkeit der Geräte profitieren“, so Groskreutz.
Neben der technischen Betreuung spielen dabei auch regulatorische Anforderungen, Dokumentation und Schulungen eine wichtige Rolle. „Letztlich sind die gesamte Kliniklogistik und Regulatorik einfacher und sicherer für uns zu handhaben“, sind sich Großkreutz und Gehringhoff einig.
Groskreutz ergänzt: „Es erleichtert uns auch, für die Beschäftigten im ärztlichen Dienst und in der Pflege den gesetzlichen Vorgaben entsprechend sicherzustellen, dass alle in die Produkte eingewiesen sind und sicher mit ihnen umgehen können. Wir sind durch die Verträge auch dynamischer, was Rückfragen und die Erledigung außerplanmäßiger Erfordernisse betrifft, z. B. einzelne Geräteumzüge und -anpassungen oder ergänzende Applikationstrainings.“
Auch aus Sicht des Service-Teams ist die enge Zusammenarbeit ein zentraler Erfolgsfaktor.
„Die Zusammenarbeit mit den Technikern des Klinikums ist sehr organisch und angenehm. Wir wissen sehr zu schätzen, dass wir als gemeinsames Team agieren können, haben einen kurzen Draht zueinander und stimmen unsere Themen intensiv ab – egal ob es sich um einen akuten Ausfall oder um eine Hintergrundfrage handelt“, erläutert Becker.
OEM-Kompetenz und langfristige Systemstabilität
Die Qualität der Serviceleistungen beeinflusst die Laufzeit und Stabilität medizinischer Systeme wesentlich. Dabei spielen unter anderem Original-Ersatzteile, spezialisierte Werkzeuge, aktuelle technische Dokumentationen und die Qualifikation der Servicetechniker*innen eine zentrale Rolle.
Als Original Equipment Manufacturer (OEM) stellt Getinge sicher, dass technische Vorgaben, Qualitätsstandards und regulatorische Anforderungen eingehalten werden.
„Natürlich ist es für uns im Alexianer Klinikum Hochsauerland wichtig, beim Service auf die Expertise des Originalherstellers zurückzugreifen – nicht zuletzt sind wir als Klinik ja gesetzlich verpflichtet, ausschließlich fachkundiges Personal einzusetzen“, kommentiert Groskreutz.
Vertrauen entsteht im Alltag
Das Beispiel des Alexianer Klinikums Hochsauerland zeigt, dass moderne Klinik-Infrastruktur weit mehr erfordert als reine Produktverfügbarkeit. Entscheidend ist, wie Hersteller, Service-Teams und Kliniken gemeinsam mit Herausforderungen umgehen – insbesondere dann, wenn Systeme einmal nicht wie geplant funktionieren.
Gerade in hochkritischen Bereichen wie dem OP zählt nicht nur die Technologie selbst, sondern vor allem die Verlässlichkeit der Partnerschaft dahinter.
„Wir kommen über verschiedene Gesprächsformate immer sehr tief in die entsprechenden Themen mit Getinge und erreichen auch die Second-Level Engineers oder Entwickler, um gemeinsam Lösungen zu finden, wenn es erforderlich ist. Das funktioniert in der Breite sehr gut und trägt nachhaltig dazu bei, einen so großen Gerätepark sicher zu betreiben“, so Groskreutz.
Und genau darauf kommt es im Klinikalltag an: Partner zu haben, die Verantwortung übernehmen, schnell reagieren und gemeinsam nachhaltige Lösungen schaffen.